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Mittwoch, 1. Juli 2015

Rezension zu "Ich liebe dich, Lorelai" von Fenia Kubin



Titel: Ich liebe dich, Lorelai
Autor: Fenia Kubin
Preis: 2,99€ [D] (eBook)
Seitenanzahl: 402
Meine Wertung:  Eine Seifenblase
Verlag: - Selfpublishing -
ISBN: ///
Will ich kaufen!


Matan ist unsichtbar, er ist der Nerd, der niemandem auffällt.
Bis Lora im letzten Jahr an seine High School wechselt und ihn aus unerklärlichen Gründen auserwählt.
Sie teilen ein Geheimnis, das niemand wissen darf.
Und alles scheint zu funktionieren, bis Matan mehr will ... bis Matan Lora will. Und zwar ganz.



Meine Meinung? Äh, ja. 
Dieses Buch hat mich fertig gemacht, und um ehrlich zu sein, habe ich es nur beendet, weil die liebe Fenia Kubin mich persönlich angeschrieben hatte und ich wissen wollte, ob Matan schlussendlich doch mit Lorelai (Lora) zusammenkommt. Ich will jetzt natürlich nicht spoilern, aber das Buch hat mich enttäuscht. Und zwar immer wieder und unerbittlich. Im Internet sind so gut wie nur gute bis sehr gute Rezensionen zu finden, bei denen man denkt: "Wow. Das muss ein krass-geiles und außergewöhnliches Buch sein" 
...
Und dann kommt die Autorin mit allen Klischees des amerikanischen Highschool-Lebens an... Was man, wie ich finde, nur in Maßen genießen sollte, denn das reicht.
Aber nein, Matan Coen, der Protagonist, ist der absolute Mega-Nerd schlechthin und dann kommt eines Tages Lora. Die Lora. Schwuppdiwupp - Liebe auf den ersten Blick. 
Dafür lässt er sich schamlos ausnutzen von Lora, lässt zu, dass sie ihn immer letztendlich als A*** hinstellt und kriecht ihr erbarmungslos in seiner blinden Liebe, pardon, Besessenheit hinterher... Natürlich ist sie eigentlich die unerreichbare - eine von den Beliebten, die eigentlich, ganz eigentlich, einen festen Freund hat. Aber dass sie auch zusätzlich meeehr als einmal mit Matan schläft, ist beiden scheinbar völlig egal.

Lora ist eine sehr nervige Person und ich habe mich nicht nur einmal gefragt, warum Mat sich nicht jemanden sucht, den er verdient hat. Nicht so eine Schlampe... 'tschuldige. Vor allem hat sie die nervige Angewohnheit, mit welcher sie mich regelmäßig zur Weißglut trieb, jedem das eigene Wort im Mund umzudrehen. Gelegentlich wäre ich am liebsten ins Buch gekrabbelt und hätte sie gern einmal durchgeschüttelt. Grrr. Grässliche Person. Der arme Matan und sein fehlendes Selbstbewusstsein konnten da leider nichts ausrichten...

Matan selbst fand ich anfangs auch nicht sehr überzeugend, denn er wird einfach  total schüchtern, introvertiert und nerdig-loser-mäßig gezeichnet; ich  fragte mich immer: Wie kann das sein? Seine Eltern, seine Schwester, alle sind "normal", nur er ist scheinbar das schwarze Schaf in der Familie. Mir fehlte ein Grund, warum er so ist, wie er ist. Doch im Laufe des Buches widerfährt ihm eine starke Wandlung seiner Persönlichkeit: Er wird mutiger und gewinnt an Selbstbewusstsein. Das war auch gut so, denn hätte er noch länger niemandem seine Meinung, seine Gedanken, sich selbst mitgeteilt, dann... ja. 
Was ich zusätzlich übertrieben fand, war, dass als er sein Äußeres mal richtig aufpolierte, auf einmal alle Mädchen anfingen, ihn anzuhimmeln. Ist ja schön und gut für ihn, aber mann kann aus einem Nacktmull noch lange kein Meerschwein mit extra glänzendem Fell zaubern... Dafür müssen Veranlagungen da sein oder Fenia Kubin hätte ihn nicht ganz so nerdig beschreiben sollen und so, dass er eigentlich ein ganz hübscher Junge ist. Aber dem war leider nicht so.

Ein weiterer Punkt, den ich anfangs sehr markant und bewundernswert fand, war der Schreibstil der Autorin. Sie hatte mit diesem einen ungewöhnlich. Guten Start. Hingelegt, doch. Leider. Hat es nach 200. Seiten. Einfach. Nur. Noch. Genervt (Versteht mich nicht falsch, nicht jeder Satz wurde so formuliert, aber einige viele). Denn diese anhaltende Ignoranz der Grammatik (PUNKTSETZUNG), hat mich und den Lesefluss insgesamt  einfach nur noch aufgehalten und wirkte übertrieben. Natürlich traf sie damit (und mit ihrem besonderen Humor) die Dinge sehr oft auf den Punkt (Haha.), doch damit könnte man allerdings auch viel sparsamer umgehen... Dieser Punkt (;D) ist einfach Geschmackssache und für meinen Geschmack war es wirklich zu viel des Guten!

Die Tatsache, dass dieser Roman auch gesellschaftskritische Elemente enthält - enthalten soll - (siehe Rezensionen auf Amazon), muss ich wohl überlesen haben, denn wenn eine bloße Highschool-Klischee-Story mit dem typischen Muster Nerd (Jungfrau) verliebt sich in Cheeleaderin (keine Jungfrau mehr) gesellschaftskritische Aspekte beinhaltet, dann. Autsch. Sollte ich vielleicht mal überlegen, in was für einer Welt ich lebe. Oder ich bin zu dumm, das zu verstehen. Ich tendiere jedoch zu ersterem.

Das Cover ist ganz hübsch; gefällt mir wirklich. Man braucht nicht immer Menschen oder viel Schnickschnack, so etwas Schlichtes macht sich auch ganz gut. Der Bezug zur  Geschichte wird ebenfalls mit dem Titel und den erkennbaren Spinden deutlich - wobei ich zunächst beim Lesen dachte, auch der [Titel] würde auf die Spinde gesprayt werden... und nicht nur das Andere :D

Mir hat dieses Buch definitiv nicht wirklich gefallen, aber immerhin haben mich doch noch ein paar Punkte überzeugt, weshalb ich es beenden konnte. Nämlich der Humor trug viel dazu bei, dass ich doch das ein oder andere Mal (wenn ich nicht gerade auf Lora oder jemand anderen sauer war) lachen konnte und schließlich konnte doch gerade so irgendwie (geniale Formulierung xD) bei mir die Spannung aufrecht erhalten werden, wie das ganze Liebes-Drama denn nun ausgehen wird - zum Beispiel. Auch wenn ich in dieser Hinsicht maßlos enttäuscht wurde... Das hätte ich nicht von Mat gedacht... Deshalb vergebe ich eine von fünf Seifenblasen, was einem (eher sehr) schlecht entspricht.




Einen herzlichen Dank an Fenia Kubin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Kommentare:

  1. Tina, ich fand diese Rezension so unglaublich unterhaltsam zu lesen, das hast du wirklich gut hinbekommen! Ich habe mal auf dem E-Reader ein Buch gelesen, dass so ähnlich war. Grenzenlos hieß es glaube ich. Da wurden dann nicht nur penetrant Kommaregeln ignoriert, sondern auch das Wort "unglaubwürdig" anstatt "ungläubig" benutzt. Ich war wie weggefegt!
    Also Lorelei werde ich glaube ich nicht lesen, auch wenn es scheinbar ein paar gute Aspekte hat. Gute Rezension, ich finde es sehr gut, dass du ehrlich warst!
    Liebe Grüße!

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    1. Vielen lieben Dank Jada! :)
      Ich habe mich auch wirklich bemüht, dass ganze authentisch zu formulieren und der Witz darf eigentlich in keiner meiner Rezensionen fehlen ;) ...und auch wenn einem Ehrlichsein schwerfallen kann, ist es doch unverzichtbar- auch bei Rezensionsexemplaren von Autoren, die behandele ich schließlich genauso, als wenn ich das Buch bei Thalia gekauft hätte: ehrlich und ohne Vergabe von Pluspunkten.
      Wenn Autoren manchmal ihre "eigenen Grammatikregeln" anwenden,, finde ich das meist nicht so tragisch - wenn es jedoch in Maßen ist :D

      Noch einmal ein großes Dankeschön für deinen lieben Kommentar,
      Deine Tina (:

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Huhu lieber potenzieller Kommentarschreiber (:

Immer nur her mit deiner persönlichen Meinung, wir freuen uns über Feedback aller Art, also nur nicht so schüchtern, sei ehrlich ;)

Wir wünschen dir noch alles Liebe und freuen uns auf deinen nächsten Besuch!

Bis Bald,
Deine Natalie und Tina