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Sonntag, 23. November 2014

Rezension zu "Als die schwarzen Feen kamen" von Anika Beer



Titel: Als die schwarzen Feen kamen
Autor: Anika Beer
Preis: 12,99€ [D]
Seitenanzahl: 448
Meine Wertung: 5 Seifenblasen
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40147-7
Will ich kaufen!


...Eine Geschichte, die einen Lesesog entfaltet, dem man sich nicht entziehen kann...

Als ein gefährlicher Schwarm schwarzer Feen Marie bedroht, gibt es nur einen, der ihr helfen kann: Gabriel, der mysteriöse Junge, der die dunklen Wesen zu sehen vermag, die sich in den Schatten der Menschen verbergen. Doch als Marie sich entschließt, Gabriels Hilfe zu suchen, haben die schwarzen Feen die Grenze zu unserer Welt bereits durchbrochen...

"Anika Beer zeichnet mit klaren Worten glaubhafte Figuren, die einen sofort mitnehmen in ihre außergewöhnliche Schattenwelt." ~ Kai Meyer



Als die fünfzehnjährige Marie von dem allseits umschwärmten Gabriel angesprochen wird, ist diese eher verwirrt als geschmeichelt. Zum einen kann sie sich nicht vorstellen, was der beliebte Schüler von ihr wollen könnte und zum anderen weiß er nur all zu genau über ihr Seelenleben Bescheid und das, obwohl sie ihn kaum kennt. Er erzählt ihr von den Schatten, den düsteren Gestalten die sich hinter jedem Menschen im Verborgenen halten und die nur er zu sehen imstande ist und will sie vor der ungewöhnlichen Bedrohung ihres eigenen Schattens, einem Schwarm schwarzer Feen warnen. Marie, die ihm nicht glaubt, ist jedoch schließlich gezwungen Gabriel um Hilfe zu bitten, als die schwarzen Feen die Grenze zu ihrer Welt bereits überwunden haben und schließlich die Menschen in ihrer Umgebung bedrohen. Marie muss schnell handeln, um überhaupt eine Chance gegen die wachsende Übermacht zu haben und lernt zudem auf schmerzlichste Weise wie leicht Vertrauen missbraucht werden kann und, dass Menschen nicht immer das sind, was sie vorgeben zu sein.



Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, woher ich das Buch habe, aber da ich schon immer ein Fan von solche Mythen und Sagen von Feen und Elfen war (Kleinmädchentraum ;D) und auch vor allem von Büchern, die nicht immer das Gleiche zu erzählen haben, hat mich die Geschichte schon von Anfang an fasziniert.
Die Autorin lässt einen sofort in das Geschehen eintauchen in dem man sogleich mit Marie's Problemen, mit denen sie seit dem Tod ihres Vaters zu kämpfen hat, konfrontiert wird, nachdem der Prolog zunächst einige Fragen aufgeworfen hat. Die gesamte Geschichte ist aus der Erzähler-Sicht geschrieben, unregelmäßig abwechselnd stehen dort im Fokus Marie, Gabriel oder Lea, die mit ihrem Maskierten in der Phantasiewelt Marie's, der Obsidianstadt um ihr Überleben kämpft und (Achtung Spoiler) schließlich der Auslöser ist, dass die schwarzen Feen, die für den Zerfall von Lea's Heimatstadt verantwortlich sind, in unsere Welt gelangen können.
Was ich an diesem Buch so liebe sind einerseits die charakterstarken Protagonisten, andererseits die wirklich außergewöhnliche Story, sprich Idee zu dem Buch. Mit Marie fiel es mir persönlich leicht mich zu identifizieren, da sie mit ihrer schüchternen, unsicheren Art gut die Gefühle sehr vieler Jugendliche in diesem Alter widerspiegelt. Dazu wirkt sie auf mich ein ganz klitzekleines bisschen naiv und ein Hauch verzweifelt, was natürlich an dem vielen Unglück, was sie in ihrem Leben schon miterlebt hat, liegt. Gabriel ist auch ein Charakter, den ich wirklich sehr mag. Durch seine Gabe - oder Fluch - ist er eher zu einem Einzelgänger geworden und hat gelernt, sich zu distanzieren. Dadurch, dass seine Eltern sich von ihm entfernten, musste er viel zu schnell erwachsen werden.Und dennoch hat er diese liebevolle, einfühlsame, mitfühlende Seite an sich nie verloren. Er hat ein unglaublich großes, ja schon riesiges Herz. Zum Knuddeln, der Junge. Lea mag ich jetzt nun nicht ganz so gerne, sie kommt mir einen Hauch egoistisch und auch verbittert vor. Im Grunde, kann sie einem aber wirklich leid tun, das arme Mädchen. Und jeder Macht ja mal Fehler, oder?
Ich habe wirklich noch nie etwas in dieser Art gelesen und der leichte und auch nicht zu langatmige Schreibstil der Autorin Anika Beer erzählt auf wunderschöne Weise eine magische Geschichte von der grenzenlosen Macht der Phantasie und der bodenlos tiefen Seele der Menschen und zeigt uns, dass in jedem von uns Ungeahntes schlummern kann.

Ich finde es wunderschön und absolut passend! Es spiegelt einerseits Zerbrechlichkeit wieder, welche in dem Buch allseits präsent ist, aber es wirkt auch Düster wie die Schattenseiten unserer eigenen Seelen. Und der dichte Nebel macht das Ganze wieder geheimnisvoll - absolut perfekt!

Ich bin begeistert. Die Story war originell (und originelle Ideen begegnen einem nicht unbedingt oft), die Figuren waren sympathisch, auch wenn ganz vielleicht ein paar Klischees eingebaut waren, aber irgendwie machte sie das fast noch authentischer, denn wer von uns bedient sich nicht dem ein oder anderen Klischee? Und der Schreibstil: Fesselnd. 

Dafür vergebe ich fünf Seifenblasen!


Alles Liebe,
Natalie



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